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Volksentscheid-Verein "Mehr Demokratie e.V." im Zwielicht

Ex-Vorstandschef Weber hielt Vortrag auf Einladung von Holocaust-Verharmlosern


(lifeinfo.de, 3. Mai. 04 - Eigenbericht) - Der frühere Vorstandschef des Vereins "Mehr Demokratie e.V.", Tim Weber, hat lifeinfo.de-Recherchen bestätigt, auf Einladung der als weit rechtslastig geltenden Hamburger "Staats- und Wirtschaftspolitischen Vereinigung e.V."(SWG) Anfang des Jahres 2002 in Kiel über das Thema "Direkte Demokratie" referiert zu haben.

Tim Weber, "Mehr Demokratie e.V."

"Mehr Demokratie e.V." ist bundesweit bekannt geworden für seine Bemühungen um die Einführung von Volksentscheiden auf Bundes- und Länderebene.

Weber fungiert heute als einfaches Vorstandsmitglied des Vereins.



Gut platziert unter Anti-"Political-Correctness"-Kämpfern und "Querfront"-Propagandisten:
Ex-"Mehr-Demokratie"-Chef Tim Weber. (Bildschirm-Foto:
Website der "SWG")


Die
"Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft e.V." besteht seit 1962 in Hamburg und betreibt nach eigener Aussage "staatsbürgerliche Bildungsarbeit". Sie kann als dem Rechtsradikalismus nahestehend und als "revisionistisch" eingeordnet werden und bemüht sich im Sinne des "Querfront"-Gedankens um Öffnung zu Kreisen der politischen Mitte. Dies kommt in der gut getarnten Selbstdarstellung der SWG deutlich zum Ausdruck:

"Beiträge namhafter Autoren, Vorträge zu Grundsatzfragen und Veröffentlichungen, welche die 'political correctness' totschweigt, werden im [SWG-]'
Deutschland Journal', das einmal jährlich vor Jahresende erscheint, zusammengefaßt und veröffentlicht."

Mit "political correctness" ist hier v.a. die Strafbarkeit der Behauptung einer sog. "Auschwitz-Lüge" gemeint.

Auf der Website der "gemeinnützigen" SWG werden demgemäß auch "revisionistische", d.h. Auschwitz verharmlosende bzw. leugnende Artikeln in voller Länge nachgedruckt und zustimmend kommentiert:

"Die Wahrheit setzt sich am Ende durch. Forschung und geschichtswissenschaftliche Redlichkeit greifen Platz und ziehen der heute üblichen Geschichtspolitik die Maske vom Gesicht..." (
"Auschwitz - Das Zählwerk des Schreckens"; Nachdruck aus dem "Ostpreußenblatt")

Die Referenten-Liste der SWG füllen wichtige Persönlichkeiten des rechtsintellektuellen Milieus bekannter "Geschichtsrevisionisten", darunter
Prof. Hans-Helmuth Knütter, Armin Mohler (+), Alfred Mechtersheimer, Klaus Rainer Röhl, Prof. Günter Rohrmoser, Prof. Emil Schlee, Ex-General Franz Uhle-Wettler.

Auf der Internet-Site der SWF werden regelmäßig Beiträge des Sprachrohrs der "Neuen Rechten", "Junge Freiheit", veröffentlicht, hauptsächlich zu Fragen der "Vergangenheitsbewältigung", der Wehrmachts-Ausstellung u.ä.

Auf diese Umstände hingewiesen hat "Mehr-Demokratie"-Vorstandsmitglied Weber in einem Schreiben an lifeinfo.de die Tatsache seines Vortrags zugegeben und zugleich heruntergespielt: "Eine Zusammenarbeit mit der SWG hat es nicht gegeben."

Eine "Nähe der SWG zum Rechtsradikalismus" sei ihm "nicht bekannt" gewesen.

Die Frage, ob "Mehr Demokratie e.V." bei seiner Vortragstätigkeit keine Vorprüfung der einladenden Institutionen vornimmt, wurde von Weber nicht beantwortet.

Auch die Frage, wie er "im Lichte der hier gemachten Vorwürfe heute (sein) Erscheinen bei der SWG" selber bewerte, ließ Weber offen.


xxxx 010504, 11:14 xxx


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